Seborrhoische Dermatitis und Haartransplantation: Dr. Úbeda erklärt

Autor des Artikels: Dr. José María Úbeda Pereda Artikel veröffentlicht unter: 16. Sep 2026 Kommentare zum Artikel zählen: 0 kommentare
Dermatitis seborreica e injerto capilar: responde el Dr. José María Úbeda

Seborrhoische Dermatitis wirft bei Menschen, die eine Haartransplantation erwägen oder bereits hinter sich haben, viele Fragen auf. Sie ist weder eine Alopezie noch eine Infektion, kann auf der Kopfhaut jedoch sowohl die Planung des Eingriffs als auch die anschließende Pflege beeinflussen.

Wir haben mit Dr. José María Úbeda von der Clínica Alpha gesprochen: Was genau ist diese Erkrankung, wie wird sie diagnostiziert, wie hängt sie mit einer Haartransplantation zusammen und welche Rolle spielt die tägliche Pflege transplantierter Haare bei einer Vorgeschichte mit seborrhoischer Dermatitis?

Zusammengefasst:

  • Seborrhoische Dermatitis verursacht in der Regel keine vernarbende Alopezie. Ein damit verbundener Haarausfall ist meist vorübergehend.
  • Ist sie bei der Beurteilung einer Haartransplantation aktiv, wird sie üblicherweise zunächst unter Kontrolle gebracht, bevor der Eingriff geplant wird.
  • Es handelt sich um eine chronische Erkrankung: Sie kann nach der Transplantation erneut auftreten. Ziel der Behandlung ist es, sie zu kontrollieren, nicht sie dauerhaft zu beseitigen.

Was ist seborrhoische Dermatitis und wie zeigt sie sich auf der Kopfhaut?

Es handelt sich um eine chronische Entzündung der Haut, die vor allem in Bereichen mit erhöhter Talgdrüsenaktivität auftritt: auf der Kopfhaut, seitlich der Nase, an den Augenbrauen oder hinter den Ohren. Auf der Kopfhaut äußert sie sich meist durch Rötungen, Juckreiz und fettig oder gelblich wirkende Schuppen.

Ihre Entstehung hat mehrere Ursachen und ist noch nicht vollständig geklärt. Sie steht im Zusammenhang mit der Aktivität von Hefepilzen der Gattung Malassezia, die natürlicherweise auf der Haut vorkommen, sowie mit der Zusammensetzung des Talgs, der Funktion der Hautbarriere und der individuellen Entzündungsreaktion. Faktoren wie Stress können manche Schübe begünstigen oder verstärken. Der Verlauf ist meist chronisch und wiederkehrend: Phasen der Besserung wechseln sich mit Phasen höherer Aktivität ab.

Ist das dasselbe wie Schuppen?

Schuppen und seborrhoische Dermatitis hängen zusammen, sind jedoch nicht genau dasselbe klinische Erscheinungsbild. Schuppen gelten meist als die mildeste Ausprägung desselben Spektrums: Die Kopfhaut schuppt sich, ohne dass eine ausgeprägte sichtbare Entzündung vorliegt. Bei seborrhoischer Dermatitis treten häufiger Rötungen, Juckreiz und weißliche oder gelbliche Schuppen auf entzündeter Haut auf.

Wenn es Ihnen speziell um Schuppen nach der Transplantation geht, finden Sie bei FOLIC einen eigenen Ratgeber: Schuppen nach einer Haartransplantation.

Wie lässt sich seborrhoische Dermatitis von anderen Kopfhauterkrankungen unterscheiden?

Die Diagnose wird meist klinisch anhand des Aussehens und der Verteilung der Hautveränderungen gestellt. Andere Kopfhauterkrankungen, etwa Psoriasis, Kontaktdermatitis oder bestimmte entzündliche Alopezien, können jedoch ähnliche Rötungen, Schuppung oder Juckreiz verursachen.

Bei einem Patienten, der eine Haartransplantation erwägt, ist die korrekte Abgrenzung besonders wichtig, da die Bedeutung dieser Erkrankungen für die Transplantation sehr unterschiedlich sein kann. In unklaren Fällen können Untersuchungen wie eine Trichoskopie und ausnahmsweise eine Biopsie erforderlich sein.

Kann ich bei seborrhoischer Dermatitis eine Haartransplantation durchführen lassen?

Bei einem aktiven Schub oder einer deutlichen Entzündung der Kopfhaut wird üblicherweise zunächst die Dermatitis behandelt und anschließend erneut beurteilt, ob eine Transplantation angezeigt ist. Vor der Planung des Eingriffs muss der Chirurg den Zustand des Spender- und Empfängerbereichs, die Stärke der Entzündung und die dermatologische Diagnose berücksichtigen.

Beeinträchtigt sie das Überleben der Grafts, wenn sie nach der Transplantation auftritt?

Seborrhoische Dermatitis allein hat im Vergleich zu anderen entzündlichen Kopfhauterkrankungen, etwa Lichen planus, meist nur begrenzte Auswirkungen auf das Überleben der Grafts[1].

Ein damit verbundener verstärkter Haarausfall ist in der Regel nicht vernarbend und potenziell reversibel, sobald die Entzündung unter Kontrolle ist. Bei einem anhaltenden Verlust an Haardichte ist es jedoch wichtig, andere Ursachen einer Alopezie auszuschließen.

Wenn Sie sich wegen des Ausfalls transplantierter Haare in den ersten Wochen Sorgen machen, könnte Sie auch unser Beitrag zu Shock Loss nach einer Haartransplantation interessieren. Dabei handelt es sich um eine andere, ebenfalls vorübergehende Ursache.

Kann seborrhoische Dermatitis nach einer Haartransplantation erneut auftreten?

Ja. Da es sich um eine chronische, wiederkehrende Erkrankung handelt, verhindert eine Haartransplantation keine neuen Schübe. Ziel der Behandlung ist, die Erkrankung zu kontrollieren und Häufigkeit sowie Stärke der Rückfälle zu reduzieren. Die Veranlagung lässt sich dadurch nicht für immer beseitigen.

Wie wird seborrhoische Dermatitis behandelt?

Die Behandlung hängt von Stärke und Lokalisation des Schubs ab und muss individuell von einem Facharzt festgelegt und überwacht werden. Ziel ist die Kontrolle der Schübe, keine endgültige Heilung. Häufig eingesetzte äußerliche Behandlungen sind antimykotische Shampoos oder Präparate — für Ketoconazol und Ciclopirox liegen zahlreiche unterstützende klinische Studien vor — sowie bei ausgeprägter Entzündung ärztlich verordnete entzündungshemmende Behandlungen.

Allgemein ist es außerdem sinnvoll, mögliche Auslöser von Schüben zu erkennen, darunter bei manchen Patienten Stress, und Kratzen an den betroffenen Stellen zu vermeiden.

Wie wird die Behandlung nach einer Haartransplantation angepasst?

In den ersten Tagen nach dem Eingriff muss jede Behandlung der seborrhoischen Dermatitis an das Nachsorgeprotokoll der Klinik angepasst werden, da zunächst der Schutz der Grafts im Vordergrund steht. In dieser Phase darf keine Behandlung eigenständig wieder aufgenommen werden. Danach kann die Pflege im Rahmen einer für empfindliche Kopfhaut geeigneten Routine wieder normalisiert werden.

Für die Shampoo-Routine nach der Anfangsphase lesen Sie unseren Ratgeber dazu, welches Shampoo nach einer Haartransplantation geeignet ist.

Wann sollte ein Facharzt aufgesucht werden?

Eine ärztliche Beurteilung ist sinnvoll bei:

  • starker oder anhaltender Schuppung;
  • stark entzündeten oder schmerzhaften Hautstellen;
  • Krusten, Sekret oder Anzeichen einer Infektion;
  • örtlich begrenztem oder fortschreitendem Haarausfall;
  • Entzündungen um die Haarfollikel;
  • Beschwerden, die auf die übliche Pflege nicht ansprechen;
  • einem ausgeprägten Schub vor oder nach einer Haartransplantation.

Bei einem dieser Anzeichen sollten Sie sich an Ihre Klinik oder einen Hautarzt wenden, bevor Sie versuchen, das Problem ausschließlich mit kosmetischen Produkten zu lösen.

Häufige Fragen zu seborrhoischer Dermatitis und Haartransplantation

Kann ich bei seborrhoischer Dermatitis eine Haartransplantation durchführen lassen?

Das hängt davon ab, ob die Erkrankung zum Zeitpunkt der Beurteilung aktiv oder kontrolliert ist. Üblicherweise wird sie vor der Planung des Eingriffs stabilisiert, damit die Transplantation unter möglichst guten Bedingungen erfolgen kann.

Beeinträchtigt seborrhoische Dermatitis die transplantierten Follikel?

Allein hat sie im Vergleich zu anderen entzündlichen Kopfhauterkrankungen meist nur begrenzte Auswirkungen auf das Überleben der Grafts.

Kann seborrhoische Dermatitis nach einer Haartransplantation auftreten?

Ja. Es handelt sich um eine chronische, wiederkehrende Erkrankung. Eine Transplantation verhindert deshalb keine neuen Schübe.

Verursacht seborrhoische Dermatitis Haarausfall?

Nicht direkt. Sie kann mit verstärktem Haarausfall verbunden sein, der meist nicht vernarbend und nach Kontrolle der Entzündung potenziell reversibel ist. Bleibt der Verlust an Haardichte bestehen, müssen andere Ursachen ausgeschlossen werden.

Sind Schuppen und seborrhoische Dermatitis dasselbe?

Sie hängen zusammen, sind aber nicht identisch: Schuppen sind meist die mildeste Form ohne ausgeprägte sichtbare Entzündung.

Welches Shampoo wird bei seborrhoischer Dermatitis verwendet?

Üblicherweise Shampoos mit Antimykotika wie Ketoconazol oder Ciclopirox, die der Facharzt je nach Einzelfall empfiehlt.

Wann sollte ich Schuppung nach der Transplantation ärztlich abklären lassen?

Wenn sie anhält, stark ausgeprägt ist, mit örtlich begrenztem Haarausfall einhergeht oder sich durch die übliche Pflege nicht bessert.

Behandelt FOLIC seborrhoische Dermatitis?

Nein. FOLIC ist ein dermokosmetisches Shampoo mit physiologischem pH-Wert für die regelmäßige Pflege empfindlicher Kopfhaut und transplantierter Haare. Es enthält keine Wirkstoffe zur Behandlung seborrhoischer Dermatitis und ersetzt keine medizinische Behandlung. Diese muss von einem Hautarzt oder Ihrer Haarklinik festgelegt werden.

Kosmetische Pflege, keine medizinische Behandlung

Wenn Sie bereits seborrhoische Dermatitis hatten und transplantierte Haare haben, erfüllt die tägliche kosmetische Pflege eine andere Aufgabe als die medizinische Behandlung: die Kopfhaut in möglichst gutem Zustand zu halten, ohne die Behandlung zu beeinträchtigen.

FOLIC wurde für die regelmäßige Pflege empfindlicher Kopfhaut und transplantierter Haare formuliert. Es enthält keine Wirkstoffe zur Behandlung seborrhoischer Dermatitis.

  • Physiologischer pH-Wert.
  • Ohne aggressive Tenside.
  • Spezielle Formulierung für empfindliche Kopfhaut und transplantierte Haare.

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Dieser Artikel basiert auf den Antworten von Dr. José María Úbeda Pereda. FOLIC hat für die Veröffentlichung redaktionelle Anpassungen an Struktur, Verständlichkeit und Format vorgenommen.

Dr. José María Úbeda Pereda ist ärztlicher Leiter und Mitgründer der Clínica Alpha in Madrid. Er hat sein Medizinstudium an der Universidad CEU Cardenal Herrera abgeschlossen und verfügt über einen Master in Trichologie und Haarmikrotransplantation (AMIR) sowie eine Weiterbildung zum Experten für Integrierte Medizin an der Universidad CEU Cardenal Herrera.

Seine Ausbildung umfasst die FUE-Technik — Inzisionen, manuelle und überwachte Entnahme —, die Planung und Beratung bei Haartransplantationen an Kopfhaar, Bart und Augenbrauen sowie die trichologische Diagnostik. Vor der Gründung der Clínica Alpha war er als Arzt für Haarmedizin in Kliniken in Madrid und Zaragoza tätig.

Dr. José María Úbeda Pereda
Ärztlicher Leiter · Clínica Alpha · Madrid

Weitere herangezogene medizinische Quellen:
[1] Álvarez Suriaca X, Pedraz Muñoz J. Dermatitis seborreica y liquen plano en el trasplante capilar. Un diagnóstico diferencial crucial. Revista SEME, 2024.
[2] A comprehensive literature review and an international expert consensus on the management of scalp seborrheic dermatitis in adults. Eur J Dermatol. 2024;34(S1):4-16.

Autor des Artikels: Dr. José María Úbeda Pereda Artikel veröffentlicht unter: 16. Sep 2026

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